Farmer Boys • Hannover • LUX

Farmer Boys • Hannover • LUX
Samstag | 26. Mai 2018 | 20:00 Uhr


Mit den Farmer Boys kehrt eine Band zurück, die in den Neunzigern mit einem nahezu kometenhaften Aufstieg internationale Musikgeschichte geschrieben und dadurch eine bis heute klaffende Lücke hinterlassen hat. Gegründet 1994 in Stuttgart, mischten vier blutjunge Kerle mit Rock ‘n‘ Roll im Blut, Schalk im Nacken und großen Träumen im Kopf die Alternative-Welt auf. Rock, Metal, Pop, Crossover? Die Farmer Boys dachten gar nicht daran, dem Schubladenwahn zu unterliegen. Major-Label, die größten Festivals, Reisen durch die USA, Auftritte mit Rammstein, Deftones, Metallica – die Band legte einen rasanten Aufstieg aufs Parkett, der in dieser internationalen Größenordnung neu für Stuttgart war.

Nach dem vierten Album „The Other Side“ (2004) war erst mal Schluss. Alexander Scholpp heuerte als fester Live-Gitarrist bei Tarja Turunen an, schippert bis heute mit der finnischen Metal-Diva um die Welt. Frontmann Matthias Sayer emigrierte zum Studieren in die USA und wirkte als Filmkomponist an manchem Hollywood-Blockbuster mit. Der Rest der Bande zog sich mehr oder weniger endgültig aus dem Musikgeschehen zurück. Mit Ausnahme vereinzelter Konzerte lag der Mantel des Schweigens über den Boys.

Neue Single, neues Video, neue Konzerte, neues Team – unsere kleine Rock-Farm ist wieder in Betrieb. Sie haben wieder Bock. Und es fühlt sich richtig an. In der Geschichte der Musik gab es keine besseren Begründungen, wieder die Instrumente einzustöpseln und die Amps auf 11 zu drehen. Mit Sayer, Scholpp und Bassist Ralf Botzenhart stehen immerhin drei Boys aus der alten Gründungs-Crew beisammen. Die neue Inkarnation der Stuttgarter Riff-Allmacht wird von Schlagzeuger Timm Schreiner und Keyboarder Richard Due komplettiert.

Die neue Single „You And Me“ ist eine frech epische, massiv zündende Hymne mit apokalyptischer Chuzpe und ihrem einzigartigen Mut zu Melodie im Überschwang. Track zwei, „Revolt“, die glatte Antithese: hart, dreckig, thrashiger Groove, angepisste Attitüde. Ganz klar: Er ist wieder da, der alte Zauber, der diese Band unverwechselbar macht. Der große, triumphierende und die ganze Welt umarmende Gesang, das mal knackig harte, mal virtuose Gitarrenspiel, die dramatischen Keyboards, die pumpenden Drums. Die Farmer Boys erscheinen als deutlich gereifte Songwriter, ihre Musik macht einen erwachsenen und ausgewogenen Eindruck, die Riffs und Melodien fließen mehr ineinander, ohne dass man Härte einbüßen oder zu viel Pop zulassen würde. Ein neues Album ist in der Mache.