Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos

Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos
Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos
Sonntag | 11. November 2018 | 20:00 Uhr


Eine Radikalkomödie von Werner Schwab

»DAS FURCHTBARSTE WAS ES GEBEN KANN, IST DAS VOLK.«

Ein Mietshaus in Graz: Im untersten Stockwerk wohnen Frau Wurm, eine ausgemergelte Pensionistin und ihr Sohn Herrmann, ein verloren wirkender junger Mann mit Klumpfuß, der gerne Künstler wäre. Sie führen eine brutale, zerstörerische Beziehung.

Im Stockwerk über ihnen: Die Eheleute Kovacic mit ihren beiden Töchtern Desiree und Bianca. Der Vater lüstet nach den Töchtern und die Ehefrau trinkt Schnaps. Alle vier lauern darauf, dass im Stockwerk unter oder über ihnen eine Wohnung frei wird, denn dann kann der Nachwuchs endlich ausziehen und die Kovacics das gesamte Haus bevölkern.

Im Stockwerk über den Kovacics: Die vornehme, anachronistische alte Dame Frau Grollfeuer – Witwe eines Erkenntnistheoretikers, Gynäkologen, Psychoanalytikers– in ihren Augen einer wirklichen Unperson. Nicht zuletzt diese Ehe hat sie zu einem hasserfüllten Menschen gemacht. Frau Grollfeuer lädt die Hausgemeinschaft zu ihrem angeblichen Geburtstag in ihre Wohnung – am Ende des Abends gibt es Leichen.

Werner Schwab gilt als Erfinder einer eigenen Theaterkunstsprache. Seine Dramen sind obszön, grotesk und sprachgewaltig. Die Radikalkomödie Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos zählt, wie sein wohl bekanntestes Stück Die Präsidentinnen, zu seinen Fäkaliendramen und seziert so böse wie poetisch den gesellschaftlichen Mikrokosmos Nachbarschaft.