Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien

Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien
Donnerstag | 14. November 2019 | 20:20 Uhr


Sebastian Krämer ist fraglos einer der virtuosesten Klavier-Humoristen unseres Landes. Wortgewandt bis ins letzte Detail unserer Sprache wählt er bewusst nicht das „Kabarettfach“ sondern schenkt dem Deutschen Chanson einen ganz neuem Horizont. Mit reichlich schwarzem Humor und Satire. Krämer ist (s)ein eigenes Genre: „musikalisch zwischen Kabarettlied, Popballade und Kammersinfonik“ (Folker Musikmagazin)

Zu Gast ist er hier mit seinem Solo-Abend: >Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien>Man weiß nicht, wer mehr zu bedauern ist, der Jammerlappen oder die, die er naß macht – während sich zeitgenössischer Deutschpop in der Exaltierung von Emotionen gefällt, verlegt Sebastian Krämer sich aufs Gegenteil: beispielhafte Contenance als Umzäunung beispielloser Abgründe. Vergnügte Elegien (ein Genre, das zu diesem Zweck eigens erfunden werden musste) führen den Beweis: Schlimmes kann durchaus bekömmlich sein – je nachdem, wie man es anrichtet.

Die Quellen, aus denen diese etwas anderen Stimmungslieder schöpfen, sind dunkel. Dramatis personae: eine Puppe im Garten, eine Skulptur von Barlach, die Kinder einer geläuterten Hexe im Linienbus, Mops und Bienenstich. Was sich in den Augen dieser Figuren spiegelt wie die Lichter vorbeihuschender Fahrzeuge bei Nacht, erreicht uns nur als dumpfe Ahnung. Mediale Katastrophen verstauben auf Wiedervorlage; Krämer macht sich seine Sorgen noch selber. Und wie sich das für Sorgen so gehört, ist er noch nicht mit ihnen fertig geworden. Unter der Oberfläche beschwingter Melodien und eleganter Erzählungen schwelen Unheil, Trauer, Verlorenes, Vergebliches. Hobbies: in Kannibalen- Kochrezepten stöbern und alte Deutschklausuren orchestrieren.

In den Kommentaren gibt sich Krämer kapriziös, in den Liedern lieblich bis derb. Sein musikalisches Vokabular reicht von Swing bis Wiener Schule. Und je burlesker die Fassade, desto filigraner die Botschaft. Das ist Klagen auf hohem Niveau. <<

Über die Premiere im Berliner Heimathafen sagt die Presse:
„Es ist ein großer Abend des blitzenden Wortwitzes und der schillernden Moll-Melodien. […] Himmlisches Sentiment trifft irdische Lakonie.“ Der Tagesspiegel

„Hintergründig, schwarzhumorig, anspielungsreich […] sprachlich grandios […] ein musikalischer Alleskönner!“ Andreas Göbel im RBB Kulturradio
Im Glanz der Vergeblichkeit


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