Unorthodox

Unorthodox
Sonntag | 17. Februar 2019 | 20:00 Uhr


nach dem Roman von Deborah Feldman
PREMIERE: 26.1.

Deborah Feldman wuchs in der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York auf. Eine Glaubensgemeinschaft, deren gesamtes Bestehen einem extrem strengen Regelkanon unterliegt und die die jüdischen Lebensgesetze bis zum Äußersten befolgt. Deborah Feldman bemerkt früh, dass die Gemeinschaft für sie eher ein Korsett der Einengung als des Haltes ist. Sie darf keine weltlichen Filme sehen und keine weltlichen Bücher lesen. Nach ihrem Schulabschluss arbeitet sie als Lehrerin, beruflich kann eine Frau in der Gemeinde nicht mehr erreichen. Privat ist das Ultimo die eigene Heirat. Unaufgeklärt und arrangiert prallen zwei Menschen in der Hochzeitsnacht aufeinander, die sich vorher noch nicht einmal die Hand geben durften. Die Ehe, die für Deborah eigentlich ein Schritt in die eigene Selbstständigkeit sein soll, degradiert sie zum Eigentum ihres Mannes. Sie weiß, dass sie in dieser ultraorthodoxen Gruppe keine Chance auf ein persönliches Glück hat und wagt einen ungeheuren Schritt – sie verlässt mit ihrem Kind die Gemeinde. Jetzt lebt Deborah Feldman in Berlin im Land der Täter. Der Holocaust gilt für die Satmar als gerechte Strafe Gottes für die assimilierte und zionistische jüdische Bevölkerung. Mitten in der Metropole New York versuchen die Satmar heute durch die radikale Einhaltung der jüdischen Gebote eine weitere Shoah zu verhindern, mit eigener Polizei, eigenen Krankenhäusern und Schulen, in denen nur Jiddisch gesprochen wird.

Unorthodox ist das eindrucksvolle Zeugnis eines langen Kampfes für die Selbstverständlichkeiten der Moderne.

Regie Swantje Möller + Bühne Ken Chinea + Kostüme Juliane Molitor + Dramaturgie Janny Fuchs